Banner_Blog_Artikel

Faktencheck Winter 2025/2026

Zwischenbilanz im Alpenraum – stabile Nachfrage, Preisdurchsetzung über Vorjahr und wachsende regionale Unterschiede

Saisonverlauf unter verbesserten Rahmenbedingungen:

Mit dem Abschluss der Monate Dezember und Jänner liegt eine belastbare erste Zwischenbilanz der Wintersaison 2025/26 vor. Nach einem teilweise milden Saisonstart im Dezember sorgte der Schneefall im Jänner in vielen alpinen Destinationen für eine spürbare Stabilisierung der Nachfrage. Die vorliegenden IST‑Zahlen für Dezember und Jänner sowie der aktuelle Forecast für Februar bis April zeichnen insgesamt ein vorsichtig positives Bild für den weiteren Saisonverlauf.

Grundlage der Analyse ist ein gemeinsamer Faktencheck von Kohl > Partner und RateBoard.

Nachfrageentwicklung im Alpenraum: Tirol und Südtirol über Vorjahr - Bayern mit verhaltener Entwicklung

Der Alpenraum liegt zur aktuellen Zwischenbilanz leicht über dem Vergleichsniveau des Vorjahres. Die durchschnittliche Auslastung steigt von 49 % auf 52 %. Damit bestätigt sich eine insgesamt solide Nachfragebasis für die Wintersaison 2025/26. Insbesondere die bereits abgeschlossenen Monate Dezember und Jänner trugen wesentlich zu dieser Entwicklung bei, während die Forecast‑Werte für Februar und März weiteres, regional differenziertes Nachfragepotenzial signalisieren.

Innerhalb des Alpenraums zeigen sich weiterhin deutliche Unterschiede:
Tirol erreicht mit einer Auslastung von 61 % den höchsten Wert und verzeichnet mit +7 % auch den stärksten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Der gute Saisonstart sowie die Schneesicherheit im Jänner wirkten hier unterstützend. Südtirol steigert die Auslastung auf 50 % (+4 %) und liegt damit im Mittelfeld des Alpenraums. Die Nachfrage entwickelte sich in den ersten beiden Monaten stabil, der Forecast für Februar zeigt eine weiterhin gute Entwicklung. Bayern verharrt mit 40 % Auslastung weitgehend auf Vorjahresniveau (–0,6 %). Trotz punktueller Verbesserungen im Jänner deutet sich insbesondere für die kommenden Monate eine zurückhaltendere Nachfrageentwicklung an

Preisdurchsetzung Wintersaison 2025/2026: Südtirol und Tirol mit höherem Preisniveau, Bayern deutlich darunter

Auch bei der Preisdurchsetzung zeigt sich im Alpenraum insgesamt ein Anstieg. Der durchschnittliche Zimmerpreis erhöht sich von € 318 auf € 339 (+7 %). Damit bleibt die Zahlungsbereitschaft im Markt trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten grundsätzlich stabil.

Tirol bestätigt erneut seine Position als Preisführer mit einem durchschnittlichen ADR von € 360 (+4 %). Neben der starken Marktposition entwickelte sich die Preisdurchsetzung in den abgeschlossenen Monaten stabil, während der Forecast für die verbleibende Wintersaison auf moderates weiteres Wachstum hindeutet.

Südtirol erreicht einen durchschnittlichen ADR von € 357 (+8,5 %) und verzeichnet damit die stärkste Preissteigerung im Vergleich. Insbesondere die Hochsaisonwochen profitierten von einer soliden Nachfragebasis.

Der ADR in Bayern bleibt mit € 238 weiterhin deutlich unter dem alpinen Niveau, zeigt mit einer Steigerung von 5,3 % jedoch eine konstante Preisentwicklung – allerdings ohne entsprechenden Nachfragezuwachs.

Fazit: Guter Saisonstart, differenziertes Marktumfeld

Die Zwischenbilanz der Wintersaison 2025/26 zeigt ein insgesamt stabiles Marktumfeld im Alpenraum. Nachfrage und Preisdurchsetzung liegen über dem Vorjahr, gleichzeitig nimmt die regionale Spreizung weiter zu. Während Tirol und Südtirol ihre Position festigen, bleibt Bayern weiterhin deutlich zurück.

Aus Sicht von Thomas Steiner, Managing Partner von Kohl > Partner, bestätigt die aktuelle Zwischenbilanz eine insgesamt robuste Entwicklung, macht jedoch auch die zunehmende Differenzierung im Markt deutlich:
„Die Zahlen zeigen, dass sich der Winter 2025/26 stabiler entwickelt als zu Beginn vielfach erwartet. Gleichzeitig wird klar, dass sich Marktchancen und Risiken stärker auseinanderentwickeln. Für Betriebe wird es in den nächsten Wochen entscheidend sein, die tatsächliche Nachfrage realistisch einzuschätzen, Erlös‑ und Kostenstruktur daran auszurichten und daraus die richtigen wirtschaftlichen Konsequenzen zu ziehen.“

Matthias Trenkwalder, Geschäftsführer von RateBoard, verweist ergänzend auf die operative Perspektive und die Bedeutung einer differenzierten Preissteuerung im weiteren Saisonverlauf:
„Die aktuellen Daten machen sichtbar, dass Preisdurchsetzung in dieser Wintersaison deutlich selektiver funktioniert. Umso wichtiger ist es, Preisentscheidungen eng an der realen Nachfrage und den aktuellen Buchungsmustern auszurichten.“

 

SHARE
bg

Subscribe To Our Newsletter

Sign up now and receive monthly hotel and revenue management insights.