Daniela
Marketing Manager
März 3, 2026
Revenue Management
Revenue-Hacks der Top-Performer: Dynamische Preise clever nutzen
Wer seine Preise im Hotelgeschäft falsch setzt, riskiert nicht nur Umsatzverluste, sondern verpasst auch die Chance, Nachfrage gezielt zu lenken und seine Rentabilität über die Saison zu steigern.
In unserem Webinar zeigten Anton von Verschuer von RateBoard und Stefan Brida von Kohl > Partner, wie Top-Performer ihre Revenue-Strategien gestalten. Anhand praxisnaher Beispiele aus der Wintersaison, kurzfristigen Buchungsfenstern und der gezielten Anpassung von Zimmerkategorien wird deutlich, wie erfolgreiche Hotels flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren und ihre Erträge systematisch steigern.
Dieser Artikel fasst die zentralen Erkenntnisse aus dem Webinar „Erfolgsfaktor Revenue Management“ zusammen und zeigt auf, welche konkreten Hebel Hoteliers jetzt nutzen können.
Strategie vor System: dynamische Preise gezielt steuern
Revenue-Management bedeutet, Preise aktiv an die Nachfrage anzupassen. Das gelingt nur, wenn Hotels kontinuierlich Buchungsdaten, Pickup-Entwicklung und Forecast analysieren und daraus Handlungsoptionen ableiten. Nur wer früh erkennt, wie sich die Nachfrage verändert, kann Preise rechtzeitig erhöhen oder verschiedene Zimmerkategorien gezielt zur Auslastungssteuerung nutzen.
Stefan Brida betonte im Webinar, dass „die KI keine strategischen Entscheidungen trifft, keine Positionierung kennt und kein unternehmerisches Risiko trägt“ – strategische Planung bleibt also immer in der Hand des Hoteliers.
Praxisbeispiel: Ein Hotel nutzte seine Daten aus der vergangenen Saison, um für seine Hochsaison die Preise der Premium-Zimmer zu erhöhen und gleichzeitig Standardzimmer über gezielte Angebote zu verkaufen. Das Ergebnis: die Auslastung stieg dadurch um 15 %.
Wer mehr über Datenanalyse und Forecasting erfahren möchte, findet wertvolle Tipps in unserem Blogartikel „Hoteldatenanalyse leicht gemacht“.
Mehr Umsatz durch Wetterregeln
Automatisierte Systeme helfen, Preise in Echtzeit anzupassen und Nachfrageschwankungen schneller zu erkennen. Trotzdem bleibt die strategische Steuerung durch das Hotelmanagement entscheidend. Ein eindrucksvolles Beispiel aus der Wintersaison in Kärnten zeigt, wie diese Kombination funktioniert.
Ein Hotel definierte klare Regeln: Wenn Schneefall prognostiziert wurde und gleichzeitig bestimmte Verfügbarkeiten bestanden, wurden die Preise für alle Kategorien automatisch um 10 % erhöht.
Das Ergebnis: 47 % Umsatzsteigerung in der Wintersaison im Vergleich zum Vorjahr.
Dieses Beispiel zeigt drei Dinge:
-
Externe Faktoren wie Wetter können direkte Nachfrage-Treiber sein.
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Dynamische Preisregeln müssen vorab definiert werden.
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Geschwindigkeit entscheidet über Ertragspotenzial.
Hier zeigt sich die Stärke moderner Hotel-Technologie und Automatisierung: Sie ermöglicht Reaktionsfähigkeit – aber nur, wenn vorab klare Logiken hinterlegt wurden.
20 % der Tage entscheiden über 80 % des Gewinns
Ein weiteres zentrales Thema im Webinar war das Pareto-Prinzip im Revenue Management. Viele Hotels verteilen ihre Aufmerksamkeit gleichmäßig über das Jahr hinweg. Top-Performer tun das nicht, denn "20 % der Saison generieren 80 % des Gewinns", so von Verschuer.
Diese Hochprofit-Zeiträume müssen aktiv gemanagt werden. Das bedeutet:
- Preise frühzeitig erhöhen, wenn Pickup stärker als erwartet ist
- Keine unnötigen Rabatte in starken Phasen
- Engmaschiges Monitoring der Nachfrageentwicklung
Hier kommt strategisches Pickup-Monitoring ins Spiel (Pickup kurz erklärt). Abweichungen zum Vorjahr oder zum Forecast sollten nicht nur beobachtet, sondern aktiv genutzt werden.
Raten differenzieren statt pauschal kalkulieren
Hotels, die ihre Preise gezielt differenzieren, statt starr zu kalkulieren, können Nachfrage und Ertrag deutlich besser steuern. Besonders wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen flexiblen und nicht stornierbaren Raten. Viele Betriebe setzen hier entweder zu geringe oder zu hohe Unterschiede an, was zu unnötigem Ertragsverlust oder einem Einbruch der Nachfrage führen kann.
Top-Performer analysieren kontinuierlich, wie preissensibel ihr Markt ist, wie stark die spontane Nachfrage ausfällt und welche Stornierungsquoten historisch bestehen. Erst auf dieser Basis wird eine fundierte Preislogik definiert.
Benchmarking statt Bauchgefühl
Ein wiederkehrender Punkt im Webinar war die Gefahr von isolierten Entscheidungen. Revenue Management darf kein Silodenken sein.
Top-Performer vergleichen ihre Performance kontinuierlich mit dem Vorjahr, mit ähnlichen Betrieben und mit aktuellen Markttrends. Denn Benchmarking schafft Kontext. Nur wer weiß, ob er unter- oder überdurchschnittlich performt, kann seine Preisstrategie gezielt anpassen.
Mensch + Maschine: Das Erfolgsmodell der Top-Performer
Technologie ist im Revenue Management längst Standard (Fall Sie noch Revenue Management mit Excel betreiben, erfahren Sie hier, wieso dies ein No-go ist). Entscheidend ist, wie sie strategisch eingesetzt wird, um Nachfrage gezielt zu steuern und Erträge zu maximieren. Deshalb ist der vielleicht einfachste, aber wichtigste Gedanke des Webinars:
„Der beste Algorithmus funktioniert nur so gut wie die Strategie dahinter.“
Stefan Brida, Kohl>Partner
Automatisiertes Revenue Management, Forecasting und dynamische Preise bilden die Grundlage. Der Unterschied entsteht aber primär durch: eine klare Positionierung, strategische Zieldefinition, konsequente Umsetzung und Mut zur Preiserhöhung bei starker Nachfrage.
Konkrete Handlungsempfehlungen für Hoteliers
Aus dem Webinar lassen sich folgende operative Schritte ableiten:
1. Definieren Sie klare Preisregeln für Nachfrage-Peaks.
Wetter, Events oder Ferienzeiten sollten vordefinierte Reaktionen auslösen.
2. Identifizieren Sie Ihre 20 % Hochprofit-Tage.
Konzentrieren Sie Ihr aktives Pricing auf diese Zeiträume.
3. Überprüfen Sie Ihre Ratenstruktur.
Sind Ihre flexiblen und nicht stornierbaren Raten strategisch differenziert?
4. Nutzen Sie Pickup-Monitoring aktiv.
Reagieren Sie nicht erst bei hoher Auslastung, sondern bei steigender Dynamik.
5. Kombinieren Sie Systemlogik mit strategischer Führung.
Revenue Management ist Aufgabe des Menschen – nicht nur Systemaufgabe.
Fazit:
Das Webinar „Erfolgsfaktor Revenue Management“ hat deutlich gezeigt, dass erfolgreiche Hotels sich nicht durch den Einsatz von Tools allein unterscheiden, sondern durch datenbasierte, strategische Planung, regelmäßiges Benchmarking und konsequente Umsetzung.
Dynamische Preise, datenbasierte Entscheidungen und automatisierte Prozesse bilden die Grundlage. Erst die strategische Steuerung, das bewusste Lenken von Nachfrage, das mutige Anheben von Preisen in starken Phasen und die klare Differenzierung von Raten macht aus einem guten Betrieb einen Top-Performer.
Revenue Management ist kein operatives Detail. Es ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Profitabilität, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum.
Sie möchten auch an einem unserer Webinare teilnehmen? Kein Problem, alle zukünftigen Veranstaltungen finden Sie hier.
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